Donnerstag, 21. April 2011

Die Anatomie einer Erkenntnis

Ich bin bekennende Atheistin.
Das war sicherlich aus meinen Blogeinträgen bisher herauszulesen. Aber das war nicht immer so. Bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr war ich Katholikin und bin entsprechend gläubig aufgewachsen. Und jeder, der Kinder hat und sich überlegt, ob er sie christlich oder einfach nur gläubig aufziehen soll, dem sei nachfolgender Text ans Herz gelegt.

Das sei keine Anklage. Ich kann die primäre Motivation verstehen, Kindern die schützende Hand eines allgütigen Gottes aufzuzeigen und ihnen zu zeigen, daß sie dort Trost finden können, so tief sie auch fallen. Und aus genau diesem Grund lief auch meine Kindheit und frühe Jugend so. Nie mußte ich zur Beichte gehen, nie wurde ich mit einem strafenden Gott bedroht, nie mußte ich die Höllenfeuer fürchten – der Gott, der für mich in dieser Zeit erschaffen wurde, war Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, war Trost und ewiges Leben. Die schlimmsten Dinge, die man der Psyche eines Kindes also antun kann, fehlten. Und dennoch hat mir diese Zeit, so weit sie auch zurückliegt, den Grundstein für eine Schwere gelegt, die ich wohl nie ganz ablegen werde.

Was ich hier sagen möchte, hat auch damit zu tun, wann und wie ich vom Glauben abgefallen bin. Dazu muß ich anführen, daß ich getauft wurde, die Kommunion gefeiert habe, gefirmt worden bin und parallel dazu aber ein wachsendes Interesse an Naturwissenschaften wie der Astronomie, der Physik und der Biologie aufkeimte. Wenn man also nicht mit einem selbstbetrügerischen leap of faith aufwarten kann, ist der Punkt der donnernd aufeinandertreffenden und eventuell aneinander zerschellenden Weltbilder nur eine Frage der Zeit. So auch bei mir. Dieser Konflikt war unter der Oberfläche so weit gediehen, daß es nur eines einzigen Gesprächs bedurfte, ihn aufzudecken und klarzustellen, welches der beiden Weltbilder Schiffbruch erleiden würde. Entscheidend war aber bei mir nicht die Frage der mangelnden Evidenz, wie sie das bei vielen ist, sondern die Offensichtlichkeit, mit der sich das Konzept „Gott“ als Behelfskonstrukt für die menschliche Psyche enttarnt. Als ich sah, wie sich das Wesen Gottes immer hinter dem Horizont der beantworteten Fragen verstecken muß und damit von Tag zu Tag schrumpft, war mir klar, daß es nur eine Frage der Zeit war, bis sein Reich schließlich ganz zerfallen würde. Der universale Zuspruch, den Gott der unmetaphyischen Trostlosigkeit des Daseins einhaucht, ist nur mit viel Kraft und Liebe zu ersetzen, mit der nicht jeder aufwarten kann und will. Die instinktive Angst vor dem Tod wird umgangen, die Eitelkeit der Menschen, die durch das Nicht-Wissen und Nicht-beantworten-Können großer Fragen auftaucht, beruhigt, der Wunsch nach Führung gestillt. Und so diente Gott auch über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg als Machtinstrument, als moralischer Kompaß, als Legitimation der Herrscherklasse und der Unterdrückung – und als der Sinn, den wir uns selbst zu geben zu schwach waren. Dieses so augenscheinlich menschengemachte Konstrukt konnte ich, all die Unwahrscheinlichkeiten miteinberechnet, derer es bedürfte, ein solches Wesen im Weltenlauf zu verankern, beim besten Willen und gegen anfängliches, stärkstes Wehren nicht mehr anerkennen.


Was dann geschah, war zugleich das eigentliche Unheil und auch das Beste, was mir je hätte passieren können. Zunächst muß man aber als Außenstehender, als nie mit Glaube in Berührung Gekommener verstehen, welchen Verlust derjenige des Glaubens bedeuten kann. Denn wer damit aufgewachsen ist, daß es eigentlich keinen Tod gibt, daß dieses böse Wort nur Transzendenz beherbergt, daß kein Abschied letztgültig ist – der verliert all dies. Der verliert ein ewiges Leben, der verliert jeden Menschen, den er bis dahin ins Jenseits verabschiedet hatte, der erkennt erst in diesem Moment, daß der Tod wirklich existiert – dieses absolute Ende des Bewusstseins, des Raumes und Zeit.
Im Nachhinein und in der jetzigen Form erst durch die vielen klugen Gedanken eines bestimmten Menschen weiß ich, daß das nicht nur ein Verlust, sondern sogar ein Gewinn gewesen sein kann. Erst durch das Wissen um die Nicht-Reproduzierbarkeit wertvoller Momente erfahren diese eine Wertsteigerung bis hin zur (gänzlich weltlichen) Heiligkeit. Erst dadurch konnte ich mir vorstellen und erfahren, was Liebe ist und bedeutet, daß ihr Weg die Grenzen der Endlichkeit braucht, an die sich das Gefühlte, das Erlebte in seiner höchsten Intensität asymptotisch anschmiegen kann. Was es bedeutet, in das riesige, eisige und schwarze Universum hinausschauen zu können, wohl wissend, daß es niemals von mir Notiz nehmen wird und ich nicht imstande bin, mir seine Dimensionen auch nur ansatzweise auszumalen, und nur in diesen sprachlosen, winzigen Augenblicken des Erahnens selbiger mich in Ehrfurcht verlieren kann – die mir aber nicht in Form von Angst vor dieser Majestät, dieser Gewaltigkeit, dieser Leere gefährlich werden kann. Denn ich kann mich von ihr ab- und meinem Zentrum zuwenden; diesem kleinen Funken Sein, diesem Menschen, dem ich erlaube, mir alles zu werden, mich aufzufangen und im Arm zu halten – in dessen Arme ich vor Tod und Leere fliehen kann und dem selbiges ich zu geben bereit bin. Diese Liebe braucht aber nicht vor der Gewaltigkeit des Universums und der ehrfurchteinflößenden Beschaffenheit allen Seins zu fliehen – sie wird dadurch noch aufgewertet. Und diese Liebe muß nicht den Tod überwinden – sie braucht ihn.


Ja, so habe ich Leben, Erleben und Lieben schätzen und neu definieren gelernt. Und der Trost, der für mich davon ausgeht, ist groß und unbeschreiblich. Ich kann aber auch gut verstehen (und fühlen), wie man sich diesen Trost verwehren kann – ich habe es selbst jahrelang getan. Und wenn man ohne den Gedanken, daß ein kosmisches Auffangnetz Unfreiheit bedeutet und Ewigkeit unerträglich sein muß, in die Abgründe des Todes blickt, dann gibt es tiefschwarze Momente, die markerschütternde Aufschreie in der eigenen Seele zu sein scheinen, in denen man ahnt und erkennt, daß man sterben muß, daß es ein Ende gibt, daß das eigene Bewußtsein, an dem man so hängt, dazu verdammt ist, zu verschwinden. Daß diese Sonne eines Tages nicht mehr für einen scheinen wird, daß diese Hände eines Tages von Würmern zerfressen werden, daß dieser Name eines Tages für alle Zeiten vergessen sein wird und daß es dann alles unwiederbringlich vorbei ist. Es ist, als beginne der Tod mit seiner Erkenntnis ein kleines bißchen; als habe er plötzlich ein Gesicht, die widerliche Fratze der Fäulnis, die einen unablässig anstarrt. Verdrängt und beiseite geschoben, offenbart er sich jedoch in vereinzelten, stillen Momenten – und man könnte sich niemals einsamer fühlen als in einem solchen, wo einem doch das ewige Leben versprochen war (ja, ich erwähne es nochmals: ungeachtet der Implikationen!).

Ich weiß natürlich nun, daß ich die Dinge umwerten kann. Und da dieser Trost anthropogen ist und nicht weltimmanent, weiß ich auch, daß nicht jeder das kann und genau das tut mir leid. Die Gedanken eines Menschen haben mir geholfen, nicht mehr um mein metaphysisches Auffangnetz zu trauern, weil der Fall nicht tief und der Tod profan ist. Das weiß ich und fühlen kann ich es auch. Aber es wird immer ein Funke Vergangenheit bleiben. So, wie man sich manchmal nach unbeschwerten Kindertagen sehnt, obwohl man die beschrittenen Wege, das Erlebte, die Möglichkeiten, die Melancholie so liebt, so wird es immer eine Verbindung in die Zeit sorgloser Glaubenstage geben, die – trotz der Erkenntnis der für mich mittlerweile nicht zu ertragenden Beschaffenheit dieses „Trosts“ - einen völlig irrationalen Funken Ratlosigkeit und Angst in mir gesät haben.
Ich werde es vermutlich nie schaffen, mich ganz von ihr zu emanzipieren.
Gevatter Tod wird mich immer auf Schritt und Tritt begleiten, und wenn ich einmal in all den Jahren den Kopf wende, werde ich wieder erschrecken an seiner widerlichen Fratze, die nach Fäulnis schreit. 

 

Mittwoch, 13. April 2011

Fünf gute Gründe, Kinder religiös aufwachsen zu lassen

Heute möchte ich eine Art Elternratgeber verfassen und damit allen Erziehungsberechtigten erklären, wieso es eine hervorragende Idee ist, seine Kinder auch schon weit vor dem 18. Lebensjahr mit (institutionalisierter) Religion in Kontakt geraten zu lassen. Dabei ist es völlig egal, auf welche Religion wir unseren Blick richten, aber ich werde mich aus naheliegenden Gründen hauptsächlich auf das good ol' Christentum beziehen.
  1. Kinderfreundliche Texte und Geschichten
Nehmen wir uns mal ein paar nette Passagen aus der Bibel. Ich finde folgende:
„Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!“ (aber hey, das kann natürlich an der Übersetzung liegen; das ist aus der Lutherbibel von 1545 bzw. 1912. Nehmen wir mal die von 1899: „Wohl dem, der deine zarten Kinder packt und schmettert an den Felsen.“ Ahh.. gleich viel besser!) [Psalm 137:9]
„Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ...“ [5. Mose 22,23-24]

„Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott.“ [5. Mose 7,20-21]
Naja, aber aus den vorangegangenen Jahrhunderten wissen wir, daß auch Angst ein hervorragendes Mittel zur Züchtigung aufmüpfiger kleiner Geister ist. Ein zu Tode geängstigtes Kind ist viel besser zu handhaben und gut in den Griff zu kriegen; da tut sich auch ein späterer Machthaber leichter. Das wissbegierige und aufgeweckte Wesen eines kleinen Dreikäsehochs muß man ja wohl irgendwie bändigen, und wie sollte das effektiver gehen als mit Angst vor ewiger Verdammnis und dem schrecklichen Gott? Das bißchen Verstörung, das zurückbleibt, kann ja noch im gesamten Rest des Lebens abgebaut werden. Zum Schluß noch der Klassiker für unfolgsame Söhne:
„Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, ...“ [5. Mose 21,18-21]
  1. Gesamtgesellschaftliche Ansichten
Durch Bibel, Gottesdienste und Co. lernt ein junger Mensch schnell, wie es tatsächlich laufen muß in der Gesellschaft. Da hätten wir zunächst mal die Stellung der Frau. Der Koran möchte gerne, daß die Frau ihren „Busen“ und ihre „Reize“ bedeckt (außer gegenüber „ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten“) [Sure 24, Vers 31]. Das ist ja auch vollkommen normal, denn jeder weiß auch, daß die Haare einer Frau einen Mann sexuell erregen. Damit dies nicht geschieht, muß sie diese verstecken. Überdies ist das eine großartige Sache, da, wenn ein 13jähriges Mädchen, nachdem sie das erste Mal menstruiert hat, erstmalig mit einem Kopftuch in die Schule kommt, jeder sofort weiß: ah, dieses Mädchen ist jetzt wohl geschlechtsreif! Wundervoll.
Für jedes Kind ist es überdies sicher erquicklich zu hören, daß der gute Mohammed seine Lieblingsfrau Aischa mit 6 Jahren heiratete und mit neun die „Ehe an ihr vollzog“. Auch finden wir im Koran folgende Anweisung:
Und wenn ihr fürchtet, daß Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“ [Sure 4,34]
Erlaubt ist das aus folgenden Gründen: Beischlafverweigerung, Verlassen des Hauses ohne Erlaubnis des Mannes, Unterlassung ritueller Pflichten (z.B. Gebet), mangelnder Respekt. Doch, ich finde, sowas sollte man Kindern unbedingt beibiegen.
Auch im Christentum sowie im Buddhismus ist die Frau ordentlich niedrig positioniert, so wie sich das gehört. So wird man als Frau wiedergeboren, wenn man im Leben davor Mist gebaut hat, und ist bei den Christen lediglich das Rippenderivat Adams, das zur Strafe für den Sündenfall schmerzhaft menstruiert und gebiert. Patriarchat for the win!
Die Stellung der Homosexuellen wäre noch so ein Punkt. Dazu weiß die Bibel folgendes:
Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..“ [3.Mose 20,13]
Unsere vorbildlichen Freunde aus den USA sind da mit der Parole „God hates fags!“ (zu deutsch: Gott hasst Schwuchteln) schon ganz groß. Ich möchte, daß auch hierzulande viel mehr Kinder mit diesem Paradigma groß werden! Man könnte auch hier Umorientierungs-Camps einführen, in welchen die Jugendlichen nach ihrem Coming-out mit Elektroschock-Therapie wieder auf den Pfad der Gerechten geführt werden. Und ggf. daran zerbrechen, der blasphemischen Krankheit „Homosexualität“ zum Opfer gefallen zu sein.
Wir brauchen die Bibel/den Koran/die Thora, um uns solcherlei Werte zu vermitteln.
  1. Moralische Dimensionen
Jedes Kind weiß und sollte auch wissen, daß es ohne Gott keine Moral geben kann. Was Gott mir befiehlt und was er belohnt, ist gut, was er nicht will und bestraft, ist schlecht. Darum muß stets in Gottes Sinne gehandelt werden, sonst droht die ewige Verdammnis. Was könnte man einem Kind noch beibringen über Moral, wenn man nicht das jeweilige Manual hätte? Wieso sollte ein Mensch dann noch gut sein wollen, ohne Gott, der über ihn wacht (oder das Karma im Rücken)?
Dazu ein paar schöne Zitate aus einem Bibelforum:
So ca. 70 Jahre hat der Mensch hier auf der Erde. Sinn des Darseins ist die Ergreifung des ewigen Lebens, sonst nichts!“
Ich komme damit nur zurecht, wenn ich mir deutlich mache, dass ALLE MENSCHEN BEREITS GERICHTET sind!
Dass wir noch leben, ist Gnade.

In Adam haben wir alle den Tod wortwörtlich verdient.“ (zum Thema aufgeschlitzte Schwangere/tote Kinder/moralisches Handeln und Zorn Gottes)
Also – macht euch und euren Kindern klar, daß nur gottgewolltes Handeln sie ins ewige Leben katapultieren kann. Ohne Gott haben sie keine Chance zur Erlangung von Moral!
[Wie moralisch ein gottgeweihtes Leben macht, ist übrigens hervorragend am Beispiel diverser, naja, nennen wir es „kinderaffiner“ Kleriker zu sehen. Mensch, haben die die Kinder lieb! Ein Grund mehr, das Kind in die Kirche zu schicken!]
  1. Logisches Denken
Ach, verfluchte Rationalität. Wer braucht das schon? Es schult das logische Denken eines Kindes, wenn man ihm begreiflich macht, daß Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat (Evolution... just a theory!), daß er Brot vom Himmel regnen ließ, daß ein einziger Hänfling das Meer teilen konnte, daß Maria von einem heiligen Geist befruchtet wurde, daß dieser retinale Dysfunktionen per Handauflegen heilte, am Kreuz starb und wieder wach wurde, daß seine Mutter körperlich in den Himmel aufgefahren ist – vor den Augen aller Beteiligten (Gravity... just a theory!), daß der Kirchenkeks aus dem fauligen Fleisch Jesu besteht und daß im Wein seine Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten herumschwimmen, daß sie zu fragen aufhören sollten und Gott als ihre Antwort annehmen müßen ...oder das hier zur Geburt Buddhas:
Eines Nachts träumte Königin Mayadevi, daß ein weißer Elefant vom Himmel herabstieg und in ihren Schoß eintrat. Der weiße Elefant, der in ihren Schoß eingetreten war, war ein Zeichen dafür, dass sie in eben dieser Nacht ein Kind empfangen hatte, das ein reines und mächtiges Wesen war. Dass der Elefant vom Himmel herabgestiegen war, bedeutete, dass das Kind vom Tushita-Himmel kam, dem Reinen Land Buddha Maitreyas.
Als die Königin das Kind später gebar, hatte sie anstelle von Schmerzen eine besondere, reine Vision, in welcher sie stehend mit der rechten Hand den Ast eines Baumes hielt, während die Götter Brahma und Indra das Kind schmerzlos aus ihrer Seite nahmen. Anschließend ehrten sie das Kind, indem sie ihm rituelle Waschungen darbrachten.“
Wenigstens wahrt sich die katholische Kirche ein bißchen Logik. Der heilige Georg ist nämlich gar kein Heiliger mehr! Wieso? Weil er der Legende nach Drachen getötet haben soll. Aber, und das weiß ja wirklich JEDES Kind – und die katholische Kirche: Drachen gibt es doch garnicht! Die sind Mythen-Quatsch und haben in Heiligengeschichten wirklich so garnichts zu suchen!
  1. Verteidigen seines Gottvaters
Besonders schön finde ich, wie man Kindern von klein auf beibringt, für das einzustehen, was ihnen wichtig ist (das hat der Glaube zu sein!). Die Bibel handhabt das so:
„Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! ...“ [Psalm 139,19]
Der Koran möchte das so haben:
Die ungläubig sind, ihr Besitz und ihre Kinder werden ihnen nicht im geringsten nützen gegen Allah; und sie sind des Feuers Nahrung“ [Sure 3,10]
Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ [Sure 2, 191]
Ich denke, derlei Formulierungen fördern die Toleranz und das friedliche Miteinander der Kinder und Jugendlichen untereinander, deswegen ist es wichtig, die Kinder dem Studium der großen Religionsbücher auszusetzen. Daß dies zu großem Erfolg führt, zeigen seit Jahrhunderten die Friedensbemühungen, die friedliche Koexistenz und das liebevolle Zusammensein überall auf der Welt – und jüngste Ereignisse geben dem Recht. Ich glaube, es ist wichtig, diesen Konstellationen weiterhin religiösen Unterbau zu liefern, denn sonst kriegen wir die Probleme auf diesem Planeten nie in den Griff.

Ich denke, das war es, was ich zu meinem kleinen Erziehungsratgeber sagen wollte. Ich hoffe, der geneigte Leser nimmt sich die genannten Punkte zu Herzen und kann damit Erfolge in der Kindererziehung verzeichnen. Besonders schön und ertragreich ist eine solche Erziehung dann, wenn es dem Kind oder Jugendlichen gelingt, ein metaphysisches Auffangnetz zu weben, das ihn vor Verlust, Ungerechtigkeit und Schmerz schützt. Noch besser ist es, wenn dieses Kind später durch Vernunft oder sonstigen Unrat selbiges Auffangnetz an ein naturalistisches Weltbild verliert und merkt, wie es sich jahrelang in die Tasche gelogen hat – ja, äußerst schmerzhaft seine Verluste, Ungerechtigkeiten und Probleme aus der Verdrängung holen muß. Das scheint mir eine hervorragende Angelegenheit zu sein.




Oder... oder etwa doch nicht..?

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Anm.: Wer hier jetzt rummeckert, daß sich die Aussagen nur auf das AT beziehen, nicht jedoch aufs NT, dem sei gesagt, daß die Bibel sich aus A UND NT zusammensetzt und daß das, was ihr betreibt, Cherry-picking ist![ Im NT finden sich ebenso Grausamkeiten, und Jesus ist auch nur die weltliche Manifestation des zornigen Typen da oben auf der Wolke (s. Dreieinigkeit)].Das findet auch der Ratzepoop nicht so gut. Ihr müßt glauben, was da steht (sagt auch Ratzi). Denn das einzige, was noch sinnloser ist, als das institutionalisierte Verehren einer metaphysischen Gestalt und ihrer Geschichte, ist das Heraussuchen einzelner Dinge/Aspekte, die logischer (oder weniger grausam, oder weniger unbequem) erscheinen als andere...