Donnerstag, 31. März 2011

Nächtlicher Versuch des Gedanken-Ordnens: Es ist wahr.

Können wir eine solche Aussage überhaupt treffen? Ich verfolge dieser Tage die Debatte im Kommentarthread eines ScienceBlogs-Eintrags und drehe mich gedanklich nun permanent um dieses Thema. Bei der Frage nach „Glauben oder Nichtglauben“ und in Anbetracht der Tatsache, daß die leider (?) völlig unzureichende Beweislage für die Existenz einer supernatürlichen Macht den Autor eher zu einem „Nichtglauben“ tendieren läßt, schlagen die Gemüter Wellen. Die wissenschaftliche Methode lasse vernünftigerweise nur den Schluß auf die gottfreie Wirklichkeit zu. Weiteres ist im Artikel selbst zu lesen.
Im Kommentarboard jedoch machen sich nun Menschen mit philosophischen (?) Argumenten breit: daß das Wesen der Wahrheit ja gar nicht so einfach zu erfassen sei, Empirie und das tatsächliche „Sein“ hätten ja nur bedingt miteinander zu tun. Es haben sich schon ein paar Menschen mit Phänomenologie und Ontologie beschäftigt, und ich frage mich nun natürlich, wie sich für mich all diese Ideen und Konzepte schlüssig vereinbaren lassen.

Wir können zunächst mal zwei Beispiele herausgreifen. Man könnte es mit Kant halten, der da unterscheidet zwischen der Welt des Scheins und derjenigen der Dinge an sich; der also meint, jede Erscheinung habe in letzterer seine wahrhaftige Manifestation; imponiere lediglich in der Welt der Erscheinungen – und zwar für jeden anders. Ihr Kern aber, ihr wahres Wesen, existiere fernab davon. (Der Mensch nimmt als Bewohner beider Welten eine Sonderrolle ein, auf die hier aber nicht weiter eingegangen werden muß und wird)
Auch Herr Sartre hatte eine Idee dazu. Für ihn ist die „Realität“, die Wahrhaftigkeit, das wahre Wesen einer Sache die Summe aus all ihren Erscheinungen; jede ihrer Facetten ist ein weiterer Teil der Wahrheit – jede Erscheinung macht die Wahrheit aus und verweist nicht nur auf sie, wie bei Kant.
Ich denke, wir können uns darauf einigen, daß mit Sinnen wahrgenommene und kontemplierte Schein tatsächlich für jeden anders sein muß. Beispielsweise sieht ein Adler viel höher aufgelöst als ich, und ich wiederum sehe besser als eine Biene. Dennoch nehmen wir die Welt wahr, nur auf vollkommen unterschiedliche Art und Weise. Obwohl es doch dieselbe ist.
Damit kommen wir aber sehr schnell zum ersten Punkt. Es ist nämlich vollkommen unerheblich, ob man ein „absolutistisches Wahrheitsmodell“ an den Tag legt, oder nicht. Die Tatsache, daß hier der Wahrheitsbegriff durch die verschiedenen Wahrnehmungen verzerrt wird, verblaßt argumentativ nämlich vor dem Hintergrund, daß – obwohl drei verschiedene Augen das gelbe Licht der Blüte jeweils anders wahrnehmen - die Wellenlänge des von der Blüte reflektierten Lichts immer 575 bis 585 Nanometer beträgt. Das ist greifbar; es ist meßbar. Dieser Aspekt der Realität ist über Zweifel erhaben (natürlich ist jedes Wissen ein "provisorisches", bis evtl. neue Evidenz vorliegt, aber der Sparsamkeit halber nehmen wir es als wahr an!), unterliegt nicht der Spekulation und ist damit eine Sache, mit der wir arbeiten können. Wir können Voraussagen treffen, sie überprüfen und sie können sich als wahr herausstellen. Wir können sie belegen und mit Evidenz versehen.
Wir erstellen hier ein binäres System - beträgt die Wellenlänge für gelbes Licht 575nm? Ja oder nein? - in dem es keinen Platz für Schwammigkeiten gibt. Ja? 1. Nein? 0. Keine 0,736, die Platz für Metaphysisches ließe. Daran ändert auch pseudo-erkenntnistheoretisches Herumgeschwurbel nichts.
So gut es nach Heisenberg geht, sind Messungen durch Sinne, die letztlich unsere Erscheinungen determinieren, unbestechlich – und darauf müßen wir uns verlassen, wenn wir eine Realität beschreiben wollen. Sonst können wir es gleich sein lassen und rosa Einhörner preisen.

Auch die Tatsache, daß wir Teil des zu beschreibenden Systems sind, ändert nichts daran, daß beispielsweise 1+1 = 2 ergibt. Oder eine Katze mit 25 Hertz schnurrt. Was von Sinneswahrnehmung völlig unabhängig ist und damit einer Kant’schen Welt der Dinge an sich schon recht nah kommt. Genauso gut aber auch nur eine von Sartres weiteren Realitätsfacetten sein kann. Aber wir sehen: es ist vollkommen irrelevant, vor allem für die Gottesfrage. Es ist schlichtweg das einzige, worauf wir uns alle einigen können sollten, folgten wir unserer Vernunft.

Was die Menschen, welche mit der Frage nach der tatsächlichen Wirklichkeit und ihrem Schluß, es gebe sie nicht, stellen, nicht sehen, ist Folgendes: die Tatsache, daß Wahrnehmungen, die einer Wahrheit vielleicht (oder auch nicht) viele Facetten verleihen, voneinander differieren, bedeutet nicht, daß die Größe, die all dem vernünftigerweise zugrunde liegt, nämlich die messbare, mit ins Königreich „Schwurbelistan am Kryptistrom“ mitgenommen werden kann. Sie bedeutet auch nicht, daß das Fehlen einer einheitlichen Wahrnehmung in die Annahme einer Gottheit münden muß – ja, diese auch nur einen Deut wahrscheinlicher macht.

Denn dann müßte sie mit exakt derselben Wahrscheinlichkeit bedeuten, daß es Einhörner, Elfen, aus dem Nichts entstandene Napoleonbüsten, die zu sprechen und Omelette zu braten beginnen und dergleichen mehr geben kann. Und daß dies ernstlich in Betracht zu ziehen ist.

Ja, man kann hier auch noch ganz andere Ideen postulieren, aufgrund der Tatsache, daß wir „im System“ sind. Ich las vom Beispiel, daß zwei Kameras in einer zweidimensionalen Welt auf je eine Seite eines Aquariums mit nur einem Fisch gerichtet seien, und daß die Auswerter der Videos zum Schluß kämen, daß sich die zwei Fische, die sie in den beiden Videos sehen, miteinander verbunden sein müßten, da sie sich zur selben Zeit exakt gleich bewegen. In Wirklichkeit sei es ja aber „ein Fisch“. Genauso müße man davon ausgehen, daß zwei sich ähnlich verhaltende Menschen in einem höherdimensionalen Raum vielleicht gar nur eine Person seien. Auf diese Weise kann man die messbare Realität natürlich schön zerpflücken; à la „Die Ameise in der Schachtel weiß auch nicht, was außen ist“. Wir können sogar so weit gehen und es mit Descartes „Cogito ergo sum“-Solipsismus halten. Aber, wie gesagt, die Vielzahl der Möglichkeiten bedeutet erstens noch lange nicht Gott, und zweitens ist sie, Ockham bzw. Courts zufolge, auf das Einfachste, da Wahrscheinlichste, zu reduzieren. Und dafür brauchen wir Daten, Belege, Meßbares, Voraussagen, Verifizierungen, Evidenz.

Hier las ich den Einwand, daß man ja nur finde, was man explizit suche, und sich deswegen auf dem Irrweg befinden könne. Aber erstens gibt es mehr als genug Beispiele dafür, daß gefunden wurde, was nicht gesucht worden war (zum Beispiel die Entdeckung der Radioaktivität durch Becquerel) – und zweitens gibt es auch mehr als genug Menschen, die versuchen, Belege für die Existenz Gottes zu finden. Also das Unwahrscheinliche. Sie scheitern übrigens.

Die Motivation dieser Kritiker ist mir vollkommen klar. Es ist, wie bei allen anderen Nicht-Ausschließern des Supernatürlichen eine existenzielle Angst und der Funke Hoffnung, daß wir etwas anderes sind als Biomasse, die, sich ausnahmsweise ihrer selbst bewußt, durch ein trostloses und leeres Universum rauscht, nichts bedeutet, nicht erhaben ist und nur ist, um wieder zu vergehen. Daß es einen Sinn gibt in all dem Darben und der Ungerechtigkeit, daß wir doch noch ewig leben können, daß Verluste nicht endgültig sind und wir nicht nur Staubkörner in einem uns keine Beachtung schenkenden, schwarzen All. Es ist nicht der erkenntnistheoretische Ehrgeiz – es ist eine Angst, die mein Mitgefühl nährt und die auch ich kenne. In einem anderen Post jedoch habe ich schon mal die positiven Aspekte des gottlosen Lebens, die sich dem entgegensetzen, beschrieben, sodaß ich das an dieser Stelle nicht wiederhole.

Nur so viel sei gesagt: natürlich kann ich nicht wissen, daß es keinen Gott gibt. Ich halte es nur für sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich. Das legt die Vernunft nahe. Denn es gibt eine Beleg-Bringschuld für denjenigen, der die Existenz einer solchen Entität postuliert, und diese ist seit Jahrtausenden unerfüllt.
Wohingegen die Gründe für die Erfindung eines solchen Wesens, also seiner Beschaffenheit als Illusion und Fiktion, sehr offensichtlich sind. Menschen glauben, um Trost zu erfahren. Sie glauben an einen Vater, der Geborgenheit suggeriert und sie auch im tiefsten Fall noch auffängt. Natürlich möchte man einen solchen Retter gerne haben, und Freud hat sich schon dazu geäußert, wieso der Mensch diese kosmische Vaterfigur mitunter brauchen kann und wieso es ganz logisch ist, sie zu konstruieren (wenngleich nicht gesund). Gott ist ein Platzhalter für noch ungelöste Fragen; zieht sich aber immer mehr hinter die Grenze der Fakten zurück, die nach und nach sein Reich verkleinert und es schließlich vernichten muß. Wo Gott vor 2000 Jahren noch ein Blitz war, so ist es heute eine Funkenentladung, also das Licht ausstrahlende Plasma einer kurzzeitigen Gasentladung bei Atmosphärendruck [Und vielleicht ist es genau der Fehler der vermeintlich erkenntnistheoretisch inspirierten Gotteshoffnung, zu glauben, beide Ansichten entsprächen auf eine die verschiedenen Ideen von Wahrheit berücksichtigende Weise der „Realität"]. Gott ist der Schutz vor dem Tod und dem Abschiednehmen, das sonst so ungeheuer schmerzvoll anmutet, daß es fast nicht zu ertragen ist. Und Gott ist ein hervorragendes Machtinstrument, das mit der metaphysischen Unterteilung in „gut“ und „böse“ den Schlüssel zu Belohnung, Strafe und Autorität(shörigkeit) geschaffen hat. Gott ist das Möchtegernspiegelbild des Menschen, seine Projektion in die Perfektion. Und noch so viel mehr. Es ist derart offensichtlich, daß Gott ein menschengemachtes Produkt ist, daß nur der berühmte „leap of faith“, der auf Angst und Schutzbedürfnis (und vermutlich auch irgendwann Selektionsvorteilen) beruht, erklären kann, wieso Menschen dennoch jede Vernunft beiseite legen und glauben, selbst wenn sie sonst vernunftbegabt sind. 




Die Nicht-Existenz Gottes ist nicht belegbar. Aber genauso wenig ist es die Nicht-Existenz einer fliegenden Teekanne um die Sonne – sie ist nur sehr wahrscheinlich. Gemäß der „Ihr findet nur, was ihr sucht“-Theorie müßte ich mich jetzt auf den Weg machen, die Teekanne (und die Omelettebüste, und die Feen, und die Kobolde, und...) zu finden – oder einfach daran glauben. Was ich aber, dank Vernunft und gefordertem Einfachheitsprinzip, nicht tun werde. Und genauso verhält es sich mit Gott. Denn aus welchem Grund ist er nochmal wahrscheinlicher als die Teekanne? 

Genau. 

Aus keinem. 



Montag, 28. März 2011

Wie war das doch gleich mit der Säkularisierung?

Säkularisierung wird – im weiteren Sinne – verstanden als der institutionelle und mentale Prozess der Trennung von Kirche und Staat (bzw. religiöse Organisationen und Staat). Diesen Prozess charakterisiert Böckenförde als „Ablösung der politischen Ordnung als solcher von ihrer geistlich-religiösen Bestimmung und Durchformung“.
 bzw.
 Laizismus (auch: Laizität) beschreibt religionsverfassungsrechtliche Modelle, denen das Prinzip strenger Trennung von Religion und Staat zu Grunde liegt.
(Quelle: Wikipedia)

So sieht das aus. Bzw. so sollte das aussehen, in einem westlich-demokratischen Land, oder bin ich da mal wieder zu optimistisch? Vermutlich. Wir halten fest: wir schreiben das Jahr 2011, man befährt Straßen mit Automobilen, kann Feuer mit einem Feuerzug entzünden, erkennt die Frau als beinahe gleichwertiges Wesen an, hat eine demokratische Verfassung, forscht, lernt, denkt... und hat ein Recht auf Religionsfreiheit und verfassungsrechtlich verankerte Trennung von Kirche und Staat. Oder?

Natürlich nicht. Wäre schön, wenn es sowas wie explizite Laizität in der deutschen Verfassung gäbe. Tut es aber nicht. Laizistische Staaten gibt es in der Tat nur wenige - und selbstverständlich gehört Deutschland nicht dazu. Frankreich hat viele schlechte Seiten und politische Angewohnheiten, aber in diesem Punkt darf man die Konsumenten schmackhafter Amphibiengliedmaßen durchaus beneiden.
Bei uns sieht das mit der vermeintlichen Religionsfreiheit nämlich ganz anders aus. Nicht nur, daß mein laut Verfassung garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung da endet, wo ich öffentlich die Hirngespinste anderer Leute anzweifle - auch mein Recht auf Religionsfreiheit (= auch: Freiheit von Religion! Unbedingt!) wird massiv beschnitten: ich spreche vom Kirchenaustritt.

Der Kirchenaustritt in den verzweifelten Augen der Kirche ist ohnehin nur eine halbseidene Angelegenheit. Wenn es nach den frommen Hirten geht, ist die Taufe nicht rückgängig zu machen und das Schäfchen der Herde niemals endgültig zu entreißen. Wer es dennoch versucht (denn lediglich als kläglicher "Versuch" wird es gewertet), handelt sträflich und wird seinerseits von der im Stich gelassenen Glaubensgemeinschaft mit einer Strafe bedacht:
„Der Apostat, Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (...)“ (vlg. Can.1364 CIC)
Die guten Herren sind sich aber nicht zu fein dafür, dennoch vorsorglich die Arbeitsverträge des/der Abtrünnigen mit kirchlichen Trägern (Krankenhäuser/Kindergärten/Hilfsorganisationen/...) aufzulösen, was meiner Meinung nach nicht im geringsten mit der Trennung weltlicher und kirchlicher Domänen einer fortschrittlichen Gesellschaft vereinbar ist. Einer guten Krankenschwester wird gekündigt, weil sie einer Institution, die Menschenrechte beschneidet, Fortschritt verbietet, Verbrecher deckt, mit verheerenden Folgen lebens- und lustfeindlich ist und die Ausbreitung einer tödlichen Krankheit fördert, nicht mehr angehören möchte.
Dennoch darf natürlich getrost und mit einem mitleidigen Lächeln darüber hinweggesehen werden, daß "bei den christlichen Kirchen die Übereinstimmung" besteht, "dass die Taufe nicht rückgängig gemacht werden kann, ein evangelisch oder katholisch getaufter Christ also stets getauft bleibt." (Quelle: Wikipedia)

Auf weltlicher Ebene kann man sich immerhin lossagen von den Fesseln des bigotten Vereins. Das bedeutet: man ist dann nicht mehr gezwungen, dem Klerus seine Abgaben zu leisten bzw. Kirchensteuer zu zahlen. Natürlich ist auch dies ein absolutes Ding der Unmöglichkeit und nicht zu vereinbaren mit dem Bild der angeblichen säkulären BRD - der Staat treibt die Steuern ein für eine Institution, die an ein Wesen mit Evidenzgrad null glaubt, damit Forschung, Leben, Lust und Geist inhibieren bzw. zerrütten will und schon immer alle damit einhergehenden Qualen und Komplikationen in Kauf genommen, ja, unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat! Unfaßbar.
Also - mit großer Freude raus aus der Kirche! Allerdings muß man in neun der sechzehn deutschen Bundesländer unglaublicherweise eine Gebühr für seine verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit zahlen. Das ist natürlich nicht im geringsten verfassungskonform und ich frage mich, wieso diese widerliche Tradition nicht endlich abgeschafft wird. Es steht vollkommen außer Frage, daß es sich hierbei um eine Abschreckungsgebühr für Austrittswillige handelt, denn wenn die frommen Männer eines gebrauchen können, dann sind es unsere Steuergelder (weil der Papst neue Verkleidungen oder der Ire Geld für seine Kinderschänderprozesse braucht). Es handle sich hier angeblich um eine Bearbeitungsgebühr, was selbstverständlich den Inbegriff einer Farce darstellt, aber die Gebühr auch in Bezug auf die Verfassung rechtfertige - lustig nur, daß sieben Bundesländer dafür, daß ein ohnehin im Amtsgericht sitzender Beamter seinen Stempel auf ein Blatt Papier macht und etwas in einen Rechner eintippt, keinerlei Bearbeitungsgebühr verlangen!

Hier in NRW beträgt die Austrittsgebühr unglaubliche dreißig Euro. Und obwohl sie für Geringverdiener wegfallen kann, entspricht das nicht der Praxis der hiesigen Amtsgerichte. Laut JVKostG §12 gilt folgendes:
"Die Behörde kann ausnahmsweise, wenn dies mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Zahlungspflichtigen oder sonst aus Billigkeitsgründen geboten erscheint, die Gebühren unter die Sätze des Gebührenverzeichnisses ermäßigen oder von der Erhebung der Kosten absehen."
Wie leider schon aus dem Gesetzestext herauszulesen ist der Entfall der Gebühren fakultativ und obliegt der Laune des Beamten, dem man gegenübersitzt. Und der hat natürlich keine Lust auf zusätzlichen Verwaltungsaufwand durch zehnsekündiges Betrachten der Kontoauszüge eines Studenten oder Arbeitslosen. Mit anderen Worten: wer aus der Kirche austreten will, zahlt. Er zahlt für sein Recht auf Religionsfreiheit. Das ist nicht vertretbar.

Damit kommen wir zu einem Punkt, der mich auch in anderen Bereichen ärgert - denn obwohl der Grundzustand des Menschen ein atheistischer und Religion stets die Folge von Überlieferung ist (der Gedanke eines hervorragenden Sciencebloggers), ist in den Augen von Kirche, Staat und Gesellschaft aufgrund von Tradition und Ignoranz der Urzustand des Menschen wohl ein religiöser. Es bedarf einer spezifischen Rechtfertigung, um als Schüler den Religionsunterricht zu verlassen (obwohl der eigentlich - wie nichts anderes - der Trennung von Kirche und Staat widerspricht und Minderjährige indoktriniert, also an sich einer Rechtfertigung bedürfte, die er nicht bringen kann!); man muß bei Beerdigungen explizit darauf hinweisen, daß man nicht religiös beigesetzt und mit einem Gottesdienst im Programm dem Erdboden übergeben werden möchte - sonst gehört das zum Standardprocedere; und man wird als unmündiger Mensch getauft und muß dafür zahlen, selbiges später wieder zu revidieren.

Wie kann es sein, daß es ein imaginäres Wesen, das exakt denselben Beweis für seine Existenz vorweisen kann wie rosa Einhörner oder Feen, Werwölfe oder Kobolde, eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft derart geißeln kann und seine "irdischen Vertreter" solchen Unfug treiben, solche Ungerechtkeiten begehen dürfen an deren Mitgliedern?

Wann, liebe Welt, kommst Du endlich an im 21. Jahrhundert?

 (Wäre das nicht mal schön? Ist freilich nur Wunschdenken...)

Montag, 14. März 2011

Am 21. Dezember 2012 werde ich vielleicht sterben!

Aber falls dem so sein sollte, dann ganz sicher nicht wegen irgendwelcher Planeten X, Bewusstseins- oder Magnetsprünge. Eventuell wird mich jemand um die Ecke bringen wollen oder ich übersehe ein Auto beim Überqueren der Straße. Vielleicht wird aber auch ein sowjetischer Liebhaber afghanischer Windhunde meine Haare toll finden und sie seinen Hunden einflechten wollen, wozu er mich allerdings skalpieren und töten muß. All das ist sehr viel wahrscheinlicher als der Weltuntergang 2012! Hier sind die Fakten mal auf deutsch zusammengefasst, und eine großartige Grafik dazu folgt nun:


(Zum Vergrößern bitte draufklicken.)

Es ist also mal wieder nichts weiter als Panikmache weltuntergangsaffiner Verschwörungsfraggles, deren Leben so unfaßbar langweilig sein muß, daß sie sich dessen und gleichzeitig das Ende der Welt zusammenphantasieren müßen, damit überhaupt mal irgendwas passiert. Ich weiß nicht, ob ich das traurig oder lächerlich finden soll. Ich denke, eine gelungene Melange aus beiden wird es tun. Und, mann, ich will unbedingt Bilder von den Gesichtern enttäuschter Apokalüstiger, wenn die Uhr auch in der letzten Zeitzone auf 0:00 Uhr am 22. Dezember gehüpft ist, ohne daß was passierte! Freuen die sich dann oder sind sie enttäuscht? Wir werden sehen. Und, da an dem Tag sonst vermutlich eher nichts passieren wird - wenigstens das wird ein Spaß!

Die Liebe Gottes

"You say: 'You're missing the love of god!'
I say: You are missing something even greater, and that is the moment."


Donnerstag, 10. März 2011

Wo Würde weißlich weicht... - Brennpunkt Milch

Meinen 50. Blogeintrag hier widme ich feierlich einem Thema, das mir in all seiner Argheit sehr am Herzen liegt: Milch.

Styx, Lethe, Kokytos, Phlegeton und Acheron haben eine grauenhafte Gemeinsamkeit. Nicht nur fließen diese fünf Flüsse durch die Unterwelt, nein – sie bestehen mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Essenz des Bösen, dem Destillat der Qualen: der Milch. Wenn ihr Flußbett nicht mit ihr, sondern mit dem Blut der Leidenden oder der Galle der Sterbenden gefüllt wäre, wäre der Hades sicherlich ein sehr viel blumigerer und lieblicherer Ort.
Ihrem grauenhaften weißen Rauschen wissen nicht einmal die todbringendsten Götter etwas entgegenzusetzen, und egal, wie sehr einem Monsterkreaturen den Verstand rauben können – die Milch kann es immer etwas besser.

Milch hat ein Konsistenzproblem: sie dürfte etwa genauso viskos sein wie Wasser, obwohl sie nach außen hin viel dickflüssiger anmutet. Sie täuscht über ihr wahres Wesen hinweg. Dann allerdings kann sie auch nicht mit der wasser’schen Klarheit aufwarten, sondern imponiert in leerem, identitätslosem Weiß – eine Leinwand für allen Ekel der Welt; purer Spott der so mockierten absoluten Helligkeit gegenüber, der Unschuld, welche diese Farbe gemeinhin symbolisiert. Es ist, als würde sich der Teufel mit einem Heiligenschein schmücken oder der Papst mit einer Richard-Dawkins-Perücke.
Doch Milch gibt sich nicht damit zufrieden, wie Wasser nach nichts zu riechen oder zu schmecken, wie sie es in ihrer Konsistenz ja ein wenig ankündigt, ach, antäuscht! Ein nicht zu definierender Geschmack, den ich am ehesten als „etwas“ betiteln würde, breitet sich im Mund aus und verleitet zur Raserei. Was ist das? Wieso schmeckt es nur nach „etwas“? Der Mensch, der nach Antworten und Klarheit sucht, wird in der Milch nur die schlierenartigen Nebel finden, die sie am Gläserrand oder in der Seele hinterläßt… unbefriedigend. Auch riecht Milch genauso, wie sie schmeckt. Nach „etwas“. All dieses Wirrwarr: täuschende Konsistenz, Geruch und Geschmack irgendwo im Nirwana, blendende Weißheit, die doch nur stumpfes Nichts andeutet: all diese Dinge lassen den Geist verwirrt, unbefriedigt, halbgar zurück und konstituieren so die einzig zulässige Reaktion auf das Gebräu: Ekel.

Milch mag für kleine Menschen und mit Brüsten assoziiert ihren Dienst erfüllen, denn immerhin sind Proteine darin und helfen, zu wachsen und zu gedeihen – außerdem wird sie unfertigen Menschen ohne Geist vorgesetzt, welche die o.g. Probleme noch nicht haben werden. Doch mit den Jahren wird sich beim normalen Menschen, z.B. bei mir, die angedeutete Abscheu einstellen. Ich kann mich nicht erinnern, je Milch getrunken zu haben, und der Anblick eines Menschen, der mal eben ein Glas Milch trinkt, macht mich krank. Jüngst habe ich, im Angesicht fürchterlicher Qualen und nur um der Lebenserhaltung willen, ein Glas des Teufelssaftes trinken müßen. Es war genau so, wie ich es mir all die Jahre über ausgemalt habe. Genau – so.

Nun, es scheint nicht nur mir so zu gehen. Wieso sonst wird Milch am ehesten verkauft, wenn sie nicht in der reinen, gesichtslosen Milchform ist? Wieso muß sie bis zur Unkenntlichkeit als Schokolade, Joghurt, Kakao, Kaffeebeigabe o.ä. „entstellt“ angeboten werden? Genau. Weil keines dieser Produkte (bis auf Kakao, denn auch der hat das Konsistenzproblem) die oben erwähnten Kriterien der Abscheulichkeit erfüllt und somit der Milch eine bis mehrere ihrer grauenhaften Dimensionen nimmt.
Kommen wir zum Schluß noch zum fürchterlichsten. Das Übelste, womit Milch aufwarten kann, der Super-GAU der Milchhaftigkeit, der Atomkrieg der Schmerzsensationen in meinem Hirn wartet im Geruch von Milch, die gerade heiß gemacht wurde. Wem es davon nicht schlecht wird, dem Gnade Gott (oder so). Den haben sie schon gekriegt…

 Widerlich...

Dienstag, 1. März 2011

"Buddha, nach der netten Fabel,...

… starrt auf seinen fetten Nabel.“

Ach, Buddhismus..?
Genau, das war ja diese „Philosophie“, wie sie von spiritualitätsbewußten, dicken Mittfünfzigerinnen, vom Leben und der Liebe enttäuschten Esoterikbrummern, genannt wird, die Gelassenheit und Ruhe propagiert und damit ein angenehmes Gegengewicht zur verteufelten „westlichen Hektik“ darstellt, der die Midlife-Crisis-Künstlerinnen zu entfliehen versuchen. Keinesfalls sei dies eine Religion, und die Tatsache, daß in Fernost die diesem Wahn anheim Gefallenen mit Glatzen und in Mönchskutten in Klöstern Askese pflegen, ist zum Glück auch nicht im geringsten damit vergleichbar, daß hierzulande dem religiösen Wahn anheim Gefallene mit bescheuerten Frisuren und Mönchskutten in Klöstern Askese pflegen.
Nein, nein, der Buddhismus steht für innere Balance und den transzendenten Weg, auf dem natürlich auch sanftes Heilen und das Verteufeln des Westens an sich liegen (wohingegen man ins buddhistische Zentrum immer noch mit dem Auto tuckert und die H&M-Hanf- und Leinen-Zirkuszelte, die man sich übergeworfen hat, sicherlich von kleinen, spirituellen Inderinnen handgenäht worden sind). Gut, wenn den Buddhisten was nicht paßt, zünden sie sich selbst an, und nicht andere, das muß man ihnen lassen.
Nun denn, zum Glück hat also der Buddhismus nichts mit einer Religion zu tun und ist dem ganzen New-Age-Gewäsch auf eine ideale und pseudo-religionsliberale Weise ein großartiges Instrument für die innere Einkehr.
Deswegen ist ja auch nichts daran auszusetzen, daß es in Österreich jetzt auch Buddhismus-Unterricht für die ganz kleinen Kinder zwischen zwei und vier Jahren gibt, oder? Ist das nicht alles ganz wunderschön und harmlos?
Die Antwort ist ein entschiedenes NEIN. Nach der Durchsicht dieses Artikels hier mußte ich wieder mit meiner Lieblingssportart (hochfrequentes Kopfschütteln) beginnen, denn was es hier zu lesen gibt, unterscheidet sich in keinem Punkt vom Treiben in den Sekten geisteskranker Religionseiferer.

Zunächst möchte ich feststellen, daß der Buddhismus alle Merkmale einer das Supernatürliche bedienenden Religion aufweist und deswegen, bis auf seine etwas gewaltärmere Ausführung, keinerlei Sonderbehandlung verdient. Wie für alle Religionen gilt: im Privaten und für sich dürfen sie gerne ausgeführt werden, aber nur, wenn die Praktizierenden volljährig, selbstständig und im vollkommenen Besitz ihrer geistigen Kräfte (soweit das geht) sind. Im Bericht ist davon die Rede, daß eine österreichische Provinzmutti ihr Kind ins Zentrum schleppt, um ihm zu zeigen, daß es durchaus normal sein kann, einen buddhistischen Altar im Wohnzimmer stehen zu haben. Genau das darf nicht sein. Das ist nicht normal und hat nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun, und deswegen darf ein Kind einer solchen Spinnerei auch nicht ausgesetzt werden. Übrigens: Altar = religiöses Merkmal Nr. 1.
Anschließend werden die Kinder in einen Gebetsraum geschleppt (Nr. 2) (und müßen diesen sogar mitgestalten), wo sie an irgendwelchen von Geistesabsenz zeugenden Klopfritualen und Gebetssprechungen teilnehmen müßen, die stark an Sektengebräu erinnern (Nr. 3). Noch mal: diese Kinder sind zwei bis vier Jahre alt und leicht zu indoktrinieren, und diesen Job übernehmen auch noch die eigenen pseudoalternativen Eltern. Für sie gedeiht es zur Normalität, sich jeden Tag abzuklopfen und wirres Zeug („Buddha Dharma Sanga“) vor sich hinzumurmeln.
Davor durften sie spielerisch einige vollkommen von der Philosophie abstrahierte Elemente der fernöstlichen Kulturen kennenlernen; und damit, daß sich Kleinkinder für geräuschemachende Klangschalen begeistern können, wird dafür argumentiert, daß ihnen der aufindoktrinierte religiöse Eifer ja gefalle und gut tue. Natürlich.
Belohnt werden sie am Ende übrigens mit Rosinen. Soll sich ja auch lohnen, der ganze Krampf.
Nicht nur, daß den Kindern mit dieser Indoktrinierung das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit genommen wird und sie von durchgedrehten und von Räucherstäbchen zugedröhnten Müttern in eine supernatürlich-spirituelle Richtung gedrängt werden, welche skeptisches/naturwissenschaftlich orientiertes Denken (wie jede Religion) nicht gerade fördert - die „Philosophie“ an sich birgt auch einiges an Gefahrenpotenzial.
Ich weiß nicht, ob ich meinem Kind gerne eine Lebensphilosophie näher bringen möchte, deren Hauptaussage sich auf ein „Leben ist Leiden“ reduzieren läßt. Zwar mag es nett sein, etwaigen Schicksalsschlägen mit stoischer Ruhe zu begegnen und grundsätzlich Güte walten zu lassen, aber wer dafür eine vorgefertigte Religion braucht, ist ein armer Mensch. Zudem gehört zum Rüstzeug für das Leben, das einem kleinen Kind an die Hand gegeben gehört, nicht zwingend die Einsicht, daß Leid allgegenwärtig ist. Kann aber auch sein, daß ich mich irre.
Ganz abgesehen davon, daß die Idee, Dinge über sich ergehen zu lassen, weil sich das in einem nächsten Leben bezahlt machen könnte, Dinge wie einen eigenen Willen und Widerstand, die in einem jungen Geist m. E. grundsätzlich förderungswürdig sind, im Keim erstickt. Und natürlich paßt das Autoritäten hervorragend in den Kram. Hier haben wir also religiöses Merkmal Nr. 4: auch der Buddhismus ist ein hervorragendes Machtinstrument, wie jede andere Religion auch. Schließlich bildet er durch sein lethargisches Hinnehmen auch die politische Grundlage für ein Gesellschaftssystem, wie es in einigen fernöstlichen Ländern etabliert ist.
Merkmal Nr. 5 folgt auf den Fuß: natürlich darf das ultimative Religionsfeature, die Erniedrigung der Frauen, auch im Buddhismus nicht fehlen. Diese haben ihre Daseinsberechtigung alleine durch ihre Eigenschaft als Heiratsmaterial und sind ansonsten, wie auch in den drei großen monotheistischen Religionen, genau nichts wert. Dies mag vorwiegend als gesellschaftliches Problem imponieren, aber wie in vielen Ländern und Regionen bildet auch hier die Religion die Grundlage kultureller Gepflogenheiten und Ereignisse, insbesondere dann, wenn ich weniger wohlständigen Ländern die Säkularisierung noch keine riesigen Sprünge gemacht hat.
Auch herrscht in einzelnen Teilen des Einzugsgebiets dieser Religion die Meinung, daß man als Frau geboren wird, wenn man im vorigen Leben Mist gebaut hat. Zur ultimativen Erleuchtung muß man laut Theravada-Buddhismus auch als Mann wiedergeboren werden; insgesamt gilt, z.B. im Mahayana-Buddhismus, der Geist einer Frau weniger als der eines Mannes. *
Eine solche Idee einem kleinen Kind spielerisch aufzudrücken, ist „sowas von 1550“. Wenn überhaupt.

*) Es ist schwierig, dafür Belege von unverklärten Nicht-Buddhisten zu finden, aber sogar die Anhänger müßen vielerorts zugeben, daß Buddha Frauen wohl nicht so toll fand...

Ich kann verstehen, daß man sich, als Halt im hektischen und unpersönlichen Alltag, einen Halt sucht und eine Stütze, die einen durchs Leben trägt. Und sei es nur der (keineswegs den religionsimmanenten Normen und Regeln entsprechende) Alltags- und Gebrauchsglaube, der einem die Idee eines persönlichen Auffangnetzes bietet. Das kann tröstlich und schön sein, und ich gönne es jedem, der so seinen Weg findet und Stabilität wahrt, von Herzen. Aber er muß sich selbst dafür entschieden haben, wenn er erwachsen ist, und nicht schon die Psyche seines Kindes mit gruseligen Sektenritualen in menschenrechts-missachtender Umgebung (was Religion nun mal ist) infiltrieren, formen und verarmen lassen. Denn auch der Buddhismus spielt mit der Angst des Menschen, und so ein Kind erziehen zu wollen, ist traurig und mitunter grausam.

Leider ist nicht jedes Kind aufgeweckt genug, den überdrehten Wullu-Wullu-Sprüchen seiner Mutter vor dem heimischen Altar eine nicht über das übliche „die spinnt“ hinausgehende Gleichgültigkeit angedeihen zu lassen. Und nicht jedes Kind kommt damit gleich gut zurecht, wenn es von anderen Kindern schräg angeschaut wird, weil die Eltern eine hormonell schwierige Phase durchstehen und sich deswegen irgendwelche Buddha-Altare ins Wohnzimmer stellen, um erleuchtet zu werden. Deswegen sollten solche Kinder-Indoktrinierungs-Anstalten schlichtweg verboten und geschlossen werden.

Innere Einkehr und Ausgeglichenheit, Bedachtheit und Coping-Strategien sind durchaus erstrebenswert, denn – ja, unsere Welt hat mit vielen Bürden aufzuwarten, u.a. auch das unpersönliche Streben nach größtmöglicher Wirtschaftlichkeit und Effizenz; aber dafür brauche ich Rückgrat, und nicht zwingend Religion.
Erleuchtung, enlightenment, ist durchaus wünschenswert, wenn sie als Aufklärung verstanden wird. Das, was unsere Welt – v.a. in Anbetracht der Tatsache, daß Bewegungen wie die semispirituelle New-Age-Verblödung auch meist noch Schulmedizin-Hass und auch auf Kinder angewandte, gefährliche Naturheilscheiße mit sich bringen – mehr als nötig hat, dieser Tage.
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P.S.: Auch schön ist, wie sich religiöse Eiferer immer gleich beschweren müssen, daß man es wagt, gegen ihre Hirnabsenz-Disziplin zu schießen. Zwar schlage ich meine Meinung diesbezüglich niemandem ins Gesicht (außer, wenn man davor versucht, dasselbe bei mir zu tun oder wenn es Schutzbefohlene betrifft, wie hier – was aber auch niemand lesen muß, da niemand persönlich angesprochen ist) – ich habe sie aber und werde sie auch nicht aus dem Grund zurückstellen, daß jemand sich in seinen „religiösen Gefühlen verletzt“ fühlt. Religiöse Ansichten sind nicht im geringsten höher zu stellen als anders geartete, und wenn ich ein Wohnzimmer hässlich finde und aus irgendeinem Grund dazu befragt werde, hat meine Äußerung des Nicht-Gefallens ideell gesehen genau den gleichen Stellenwert. Es gibt keine Heiligkeit der religiösen Ansichten, und nur, weil ich mit der Zeit gelernt habe, daß ich niemandem seinen persönlichen Trost nehmen kann und will und der Menschheit ihre Unzulänglichkeiten verziehen werden müßen, wenn man nicht durchdrehen will, halte ich mich zurück. Grundsätzlich gilt aber, daß meine religiöse Meinung genauso wichtig ist wie diejenige, die ich über Eierschalensollbruchstellenverursacher oder Parteien habe – und die ist von außen unbedingt anfechtbar. Insbesondere dann, wenn sie gefährlich wird!

Deswegen, und weil ich mich nicht von zugeräucherten Glatzköppen und deren ihre Amöbenhirnität mit erhöhter Affinität zur Schmachmatotesse kompensierenden Anhängern zensieren lasse, will ich diesen Beitrag äußerst eloquent mit dem Zitat eines lieben Freundes, dem weisen Nils Franzke, schließen: 

"Transzendenz am Arsch!"

Endlich mal was Fundiertes

Nachdem die Anhänger von 2012-Weltuntergangstheorien ja schon lange die Welt mit ihren wilden Theorien über mal eben auf instabilen und nicht-keplerschen Bahnen an der Erde vorbeiziehenden Planeten schockieren - und nebenbei auch vermuten, daß diese entweder so knapp an uns vorbeirasen, daß Außerirdische (die Bringer von Leben und Wissen, is klar) auf die Erde hüpfen können oder daß wir den Planeten rammen und alle sterben - kommt nun endlich mal etwas Fundiertes.
Nicht, daß ich je an dieser vor Wahrheitsgehalt und Wissenschaftlichkeit strotzenden Geschichte zu zweifeln gewagt hätte... immerhin gibt es ja genug Anhaltspunkte für die Existenz dieses Planeten. Nämlich... äh... ja... egal!
Jetzt jedenfalls ist das erste Foto des Giganten gemacht worden. Und ich muß es an dieser Stelle sagen: it scares the shit out of me!