Dienstag, 21. Dezember 2010

Kissing on V.J. Day


Dieses Bild finde ich wunderschön, daher soll es seinen Platz in meinem Blog haben. Das weiß Wikipedia zu dessen Entstehung:

V-J Day in Times Square ist der Titel eines Fotos des deutsch-amerikanischen Fotoreporters Alfred Eisenstaedt. Es entstand am 14. August 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg, der in den Vereinigten Staaten auch als „Victory over Japan Day“ bezeichnet wird. Das Foto gilt als eine der bekanntesten Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg und zeigt einen Matrosen der US-Marine, der eine Krankenschwester im Arm hält und küsst.

„In Times Square on V.J. Day, I saw a sailor running along the street grabbing every girl in sight. Whether she was a grandmother, stout, thin, old, didn’t make any difference. I was running ahead of him with my Leica [Kamera] looking back over my shoulder. But none of the pictures that were possible pleased me. Then suddenly, in a flash, I saw something white being grabbed. I turned around and clicked the moment the sailor kissed the nurse. If she had been dressed in a dark dress I would never have taken the picture. If the sailor had worn a white uniform, the same. I took exactly four pictures. It was done within a few seconds.“
- Alfred Eisenstaedt

Montag, 20. Dezember 2010

Atmen

Nichts ist schöner, reiner, aufrichtiger als die durch viele Prüfungen gegangene und aus dem Äther wieder herausdestillierte Lebensfreude eines Depressiven, eines Lebensmüden;
nichts erscheint edler als das Küssen der Wunden, der Narben, das Streicheln und Liebkosen der Abgründe, die nicht einmal die Zeit hat heilen können;
nichts ist wärmer als die ersten Sonnenstrahlen nach einem ewigen, dunklen Winter.

Nur, wer verloren war, kennt seinen Weg genauer als jeder andere;
Nur, wer verloren hat, hält fest an jedem Vogelsang;

Nur, wer am Abgrund stand, kann voller Ehrfurcht dessen Tiefen meiden;
Nur, wer ertrunken ist, ist dankbar für jeden Atemzug.

Nur, wer gelitten hat
Nur, wer den Schmerz kennt
Nur, wer liebt und geliebt wird, kann gesunden. Leben. Atmen.


(c) Claudia, 2010

Sonntag, 12. Dezember 2010

Musik II

Gerade noch zwei alte Lieder gefunden, die ich für postenswert halte.
Zunächst ein Cover des Songs "Hallelujah", der mit Leonard Cohen und Jeff Buckley zwei sehr viel großartigere Interpreten als mich gefunden hat, aber mit dieser Version bin ich auch zufrieden:



Und jetzt noch "Fainting", ein selbstkomponiertes Lied meiner ehemaligen Musikformation, in einer Live-Version. War immer mein Lieblingslied, auf der Bühne.

Allgäuer Lebensweisheiten

Mit freundlicher Unterstützung meiner werten Frau Mama:

  • "Muasch dr allat denka: muasch dr garnix denka, hot dr Korbinian gseht"
  • "Wo Menscha sind, do menschelet's"
  • "D'Schenheit vrgoaht, d'Liab vergißt ma, ietz was frisst ma?"
  • "Wo die Liebe hinfällt, und sei's auf de Mischthaufa"
  • "Wenn's pressiert, muasch langsam tua"
  • "Bloß it hudla"
  • "Jeckelesna, da sutsch it grad nadrola"

Nun, liebe Leute, nehmt diese und lebt!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

La Musica

Mein Leben, mein Schaffen, meine Stimme. Musik ist die absolute Essenz meines Daseins und meine Stimme das Tor in meine Seele. Deswegen war es vollkommen unvermeidbar, auch dieser hier einen Eintrag zu widmen. Daher habe ich eine Reihe von Stücken für diesen Blog zusammengestellt.

Das erste Lied ist ein ungeschöntes (!) Cover von "Autumn Leaves" von der wundervollen Eva Cassidy. Es wurde sehr unaufwändig innerhalb einer halben Stunde aufgenommen und ist "naturschräg", aber ehrlich.



Das nächste Lied ist komponiert und aufgenommen von meinem Bruder und heißt "Hearts Away". Die Gesangsqualität ist nicht so pralle, aber was soll's; es bedeutet was. Und hat am Ende sogar einen künstlerisch-hippen 12-Ton-Part.

Wer Bruderherz und mich auf Französisch trällern hören will, klicke auf die Seite von Clarius Luce und höre "Le Départ" an. Das ist vor Jahren aufgenommen worden und die Seite ist im Prinzip tot. Aber ein Hoch auf Myspace als Ablageplatz für Musikdateien. A propos: ein wenig Werbung für mein Bruderherz möchte ich noch machen:

Bruderherz auf Myspace Music

Und damit gute Nacht, meine Damen und Herren!

It's Prozac Breakfast Time Again...

... zumindest mutet das, was sich in diesem Post gleich finden wird, so an. Heute ist Lyriktag, also werd ich ein paar meiner Machwerke darbieten. Wir beginnen mit einem astreinen Herzschmerz-Opus:

Viel Gewagt

Nun, ich habe schon verloren.
Was zum Meinsein auserkoren
Lief hinfort und brannte leis'.
Ich, die ich mich nach Dir sehne
Weine keine Silberträne
Die dies Leid zu löschen weiß.

Betrunk'ne Wut, die ich entfesselt
Hält mich tunlichst eingekesselt.
Glüh Du, Flamme! Friss den Plan!
Kein glitzernd' Blatt im Morgentau
Verkohltes Fleisch, es glimmt noch lau -
Kein Weg, den ich mehr gehen kann.

Verhalt'nes Fragen - Tränenantwort.
Lächelnd treibt das Morgen hinfort
Nicht gewillt, mich mitzunehmen.
Nah dem kalten Grabe stehend
Kaltes Herz um Wort anflehend
Wag ich's, mich ans Nichts zu lehnen.

Alsbald verworren, Schein gesucht
Von sanfter Schwärze süß verflucht
Beug ich mich dumpf und stumpf dem Träumen.
Vom Feuer blieb ein Funke fahl
Nun treibt mich diese sterbend' Qual
Ein letztes Mal mich aufzubäumen.

(c) Claudia / 2006


Und nun noch eines aus der Rubrik "Oh, mir geht es offenbar nicht ganz so toll, heute". 

Schwarze Schlacht

Die Rauchsäulen der schwarzen Schlacht
Schweben drohend, rußig kalt
Ein einz'ges Wort hat sie entfacht -
Das Leid glüht leis, die Schmach ist alt.

Ein Tränenmeer, vom Sturm getragen
Im lauen Grau der Winternacht
Dort, wo die Schneeschatten einst lagen
Hat Schuld das alte Lied gebracht.

Wusch sie die Farbe von Gesichtern
Fütterte sie Tod um Tod.
Und es begannen Schicksals Richter
Zu säh'n der Hoffnungslosen Not.

Deren erbarmungslose Leere
Tobte wütend, brüllte wild
Während die Welt sie rasch in schweres
Zeitenloses Nichts mir hüllt.

Gefallene der schwarzen Schlacht -
Wir betten uns zur Nacht in Scham.
Dies Feuer hat ein Wort entfacht:
Vom Morgen, der nie wiederkam.

(c) Claudia / 2009

Und nun zum luuuustigen Teil unserer Nachrichten.

Sonett über Bingen

Im Zug, da streifte mein Blick Bingen
Und nie erholt hat sich mein Herz.
Mitnichten sei das nur ein Scherz -
Mein Seelchen hob just an zu singen!

In Bingen hausten sicher Kaiser.
Ein Weihrauchnebel säumt die Stadt
In der es viele... Häuser hat* -
Ach Bingen, wie bin ich nun weiser!

Beim Blick auf Deine Goldfassaden
Verflog die Frag', die ich gestellt.
Davor mußt ich mich nämlich fragen

Wieso um alles in der Welt
('s war töricht, singen die Arkaden)
Mein Zug in diesem Scheißkaff hält.

(c) Claudia / 2008


*) in süddeutschen Gefilden ist es mitunter üblich, statt "es gibt" den Terminus "es hat" zu verwenden.


So, das war's für heute! Töss!

The Dream


My breathing stops. Somehow I know
You’ve come to watch me in my sleep.
I’m shivering in darkest dreams
Drown in the secrets that they keep.

I’ve seen the ravens warning me:
They feel the grief inside you, too.
If only we could still believe –
The winds would carry us on through.

I’d let my hand sink in your chest
And feel your breath. So warm. So pure.
The golden heartbeat down your breast
Would sing of love. Would be the cure.

This siren’s song, those glist’ning lights
Could melt into the “one”, the “all” –
The world would know of love and fear
And, for one second, hear the call.

My breathing stops. I am not scared
Although you have felt all of me.
The ravens’ choir wakes me up –
And now your eyes are all I see.

(c) Claudia / 2010

Sonntag, 5. Dezember 2010

Meine kleine Psychosen-Welt...

Soeben gefunden, weil ich nicht glauben konnte, daß da wirklich "Transformations-Schmuck" auf Esoterikseiten angeboten wird:

"Wie Sie sicher wissen, befindet sich unser Planet Erde in diesen Jahren in einem Prozeß der Transformation und des Aufstiegs.

Die Produkte von Berk Esoterik sind dafür erschaffen, uns besonders in dieser Zeit unterstützend und begleitend zur Seite zu stehen und uns dabei zu helfen, die neuen Energien der Einheit zu integrieren.

So auch unsere Schmuckstücke: Allesamt kreiert von inspirierten Seelen und umgesetzt in Liebe, Hingabe und Schönheit bieten sie uns die sanften Kräfte ihrer Formen und Steine an.

Kommen Sie mit auf unsere Reise in die ewige Gegenwart ..."


Da inspirierte Seelen mir wertloses Schmuckgedöns andrehen wollen, um mir dabei zu helfen, die überschüssigen Energien meines Geldbeutels ins Nichts zu schleudern, muß ich meinen eigenen Energiefluß des 35. Aggressions-Chakras erstmal wieder ein wenig herunterfließen lassen. (Natürlich weiß ich, daß es nur sieben gibt! Ist doch klar)

Meine Aura soll ja nicht schon wieder ein hässliches Zornesrot annehmen, das paßt Feng-Shui-mäßig so garnicht in mein Wohnzimmer.
Und das in Zeiten, in denen der Planet Erde der großen Transformation auf der Reise in die ewige Gehirnabsenz gegenübersteht...
Wenn ich jetzt nicht sofort ein paar Bachblüten verzehre und meine Meridiane feinstofflich freiklopfe, werde ich mich dazu gezwungen fühlen, den Autor dieser vollkommen ernsthaft verfassten Artikelbeschreibung auf einer Esoterikseite vollkommen unchakrisch in den Allerwertesten zu treten. Wie Sie sicher wissen.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Es gibt Dinge, die ich hasse...

... und es gibt Dinge, die ich HASSE. Und es gibt eine Sache, die ich noch viel mehr hasse als geisteskranke Esoterik-Schamanen, AIDS-Leugnung, Ebola, Atomkriege und Niedertracht: Musicals.
Wer auch immer diesen Schmu erfunden hat (und weil ich Musicals so sehr hasse, ist mir selbst der Rechercheaufwand jetzt zuviel) - wäre er nicht vermutlich schon tot, würde ich es zu meiner hochheiligen Aufgabe machen, sein persönlicher apokalyptischer Reiter zu werden. Ich frage mich, wie verkommen die Gehörgänge des Volkes sein müßen, diese Darstellung, die aussieht und klingt, als würden lebendige Katzen gehäutet, nicht als das zu entlarven, was sie ist: der jämmerlich fehlgeschlagene Plastikversuch, musikalische Kunst bar jeglicher Fertigkeiten eine Art Renaissance in den Ohren pseudo-avantgardistischer und vor allem zahlungswilliger Menschen erleben zu lassen.
Dabei scheint die angebliche musikalische Komplexität und die - so sagt man - ansprechende visuelle Darstellung Grund genug zu sein, die Preise für derlei Veranstaltungen auf ein Niveau zu heben, gegen welches nur MCP-Tropfen wirken.

Zweitklassige musikalische Darbietungen in Verkleidungen, die aus dem Inventar des 1. Groß-Gerauer Travestievereins stammen und dem offenbar vollkommen tauben Publikum "große Gefühle" in Stories präsentieren, die an 90er-Jahre-Groschenromane erinnern. Wenn ich meinem Hund beim Kacken zusehe oder Michel Friedanns Memoiren durchlese, überkommen mich ähnlich große Gefühle.

Den Hype dahinter verstehe ich nur noch nicht so ganz. Ist es das Sich-selbst-Vorgaukeln musikalischer Kompetenz, weil da vorne immerhin ein Orchester sitzt und um einen herum alle Abendrobe tragen, um die von Beethoven bis Pink Floyd zusammengeklauten und von einer trashigen "Die Amigos"-artigen E-Gitarre begleiteten bzw. vergewaltigten Musikkreationen des Andrew Lloyd Webber zu belauschen? Ist es das Sich-selbst-Vorgaukeln von Emotionen, weil im heimischen Schlafkasten seit Äonen nichts mehr läuft, der Vampir-Hexen-Katzen-Mann auf der Bühne aber gerade (big surprise!) seine große Liebe gefunden hat? Oder ist es das autistische Wippen einer reizüberfluteten Spaßgesellschaft?
Ich jedenfalls werde mich bestenfalls rückwärtsessend und von zehn Eseln gezerrt sowie unter Drogen gesetzt und mit dem Tode meiner Liebsten bedroht in ein solches Etablissement zu einer solchen Veranstaltung begeben.

Und dann auch nur, um alles anzuzünden! HARHARHAR!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Ich bin traurig!

Ich habe ein großartiges Machwerk von mir gefunden. Ein Gothic-Gedicht! Ich stelle es allen traurigen Schwarzgestalten ab sofort kostenlos zur Verfügung, aber nur zu Zwecken der Artikulation des eigenen Leidens! Das Bild fand ich äußerst passend.


Die Stille tränenschwarz ertragen
Das rote Rinnsal rennt und rennt -
Und wie mich böse Träume plagen,
mich, der nichts als Schmerzen kennt.

Die Klinge scharf, die Freunde tot,
Keiner mag mich, alles stinkt...
Siehst Du dort im Morgenrot
Den Sensenmann, der mir schon winkt?

Die Eltern ha'm mich nie gemocht
Die Männer haben mich verletzt:
Und dieser kohl'ge Seelendocht
Wird nochmals nun von Schmach benetzt.

Mein Leben ist so traurig
Und es kümmert keinen.
Mein Äußeres ist schaurig,
wer mich sieht muß weinen.

Unverstanden, ungeliebt,
Mit mir geht es nur bergab
Weil es doch kein Morgen gibt.
Mir ist kalt, es ruft... das Grab.

Now here and nowhere...

Hallo, Welt!
Nachdem ich nun schon von mehreren mir lieben Menschen Blogs betrachtet und verfolgt habe, habe ich mich entschlossen, nun auch selbst meinem Recht auf freie Meinungsäußerung gerecht zu werden und fleißig zu posten, was mich bewegt, aufregt, kaltläßt oder was ich schaffe oder geschaffen habe.
In der Hoffnung, daß es irgendwen interessiert. :)

Nun denn, liebe Gemeinde, stay tuned!

- Claudia